Beschluss: 3.02Teilhabe

Originalversion

1 **Mit öffentlichen Institutionen echte Teilhabe
2 verwirklichen**
3
4 Wenn wir die Spaltung und Blockaden unserer Gesellschaft
5 überwinden wollen, dann ist die Stärkung direkter
6 Transferzahlungen
7 wie des ALG II oder des Kindergeldes nur ein Teil
8 des Weges. Gerade von den skandinavischen Ländern können
9 wir lernen, dass echte Teilhabe an Bildung, Arbeit,
10 Gesundheit
11 und Einkommen nur mit erneuerten und gestärkten öffentlichen
12 Institutionen möglich ist. Gerade Kinder aus
13 einkommensschwachen
14 Haushalten profitieren von guten Kitas und
15 Ganztagsschulen, in denen sie auch Angebote für musische
16 Erziehung oder Sport erhalten. Langzeitarbeitslose brauchen
17 zudem starke Arbeitsmarktinstitutionen, in denen
18 Qualifizierung
19 und individuelle Begleitung groß geschrieben werden.
20
21 Wir brauchen also eine sozialpolitische Infrastruktur, die
22 eine
23 selbstbestimmte Entwicklung aller Menschen möglich macht.
24
25 Wer also echte Teilhabe ermöglichen will, der muss
26 investieren
27 in einen befähigenden Sozialstaat, der mehr tun muss für
28 bessere Schulen, eine qualitativ hochwertige flächendeckende
29 Kinderbetreuung, öffentlich geförderte Beschäftigung,
30 moderne
31 Krankenhäuser oder individuelle Wohn- und Pflegeangebote.
32 Und es geht um mehr als die bauliche Ausstattung. Dabei
33 muss der Leitsatz gelten: Mehr vom gleichen reicht nicht!
34 Bessere Schulen meint zum Beispiel nicht allein mehr Geld
35 für
36 Schulen, sondern auch mehr individuelle Förderung. Eine gute
37 soziale Infrastruktur erfordert auch eine angemessene
38 Bezahlung
39 für gute soziale Arbeit und oftmals auch die Verbesserung
40 der derzeitigen Arbeitsbedingungen. Und wir wollen
41 öffentliche
42 Institutionen, an denen alle teilhaben können. Wir wollen
43 keine Hochschulen, die wegen Studiengebühren nur für
44 Studentinnen und Studenten mit reichen Eltern erschwinglich
45 sind. Wir wollen keine Schulen, bei denen der Bildungserfolg
46 von der Herkunft abhängt und Bildungsarmut vererbt wird.
47 Wir GRÜNE wollen deshalb die Qualität öffentlicher
48 Institutionen
49 verbessern und mehr als bisher in sie investieren.
50 Investitionen
51 in öffentliche Institution, das zeigen die skandinavischen
52 Länder, sind nicht nur Investitionen in echte Teilhabe
53 und die Zukunft unseres Landes, sie schaffen auch neue
54 Arbeit
55 – und das in Bereichen, von denen die Gesellschaft am
56 meisten
57 profitiert. Den Ausbau unserer Bildungs- und
58 Betreuungsinfrastruktur
59 wollen wir nicht nur mit Investitionen in Gebäude,
60 sondern auch mit der Qualifizierung des dafür benötigten
61 Personals vorantreiben. Allein für den geplanten Ausbau der
62 Infrastruktur für unter Dreijährige erwächst bis 2013 ein
63 zusätzlicher
64 Bedarf von 100.000 qualifizierten Erzieherinnen und
65 Erziehern. Aber auch in anderen Berufen wie zum Beispiel in
66 der Pflege und in Gesundheitsberufen zeichnet sich ein
67 erheblicher
68 Fachkräftemangel ab. Um diese Engpässe mit qualifiziertem
69 Personal zu beseitigen, müssen wir die Attraktivität
70 und gesellschaftliche Anerkennung dieser Berufe steigern und
71 auch die Finanzierung der Ausbildung verbessern. Bei
72 Umschulungsmaßnahmen
73 wollen wir deshalb die Finanzierung
74 aller drei Ausbildungsjahre dauerhaft sichern. In der
75 Krankenund
76 Altenpflege plädieren wir für eine Ausbildungsumlage in
77 allen Bundesländern.
78
79 Zur sozialen Infrastruktur, zur Daseinsfürsorge gehört auch
80 ein qualitätsvolles Wohnraumangebot mit angemessenen
81 Preisen. Ohne staatliche Regelungen und finanzielle
82 Förderungen
83 ist diese Aufgabe nicht zu bewältigen. Wir brauchen
84 eine aktive Wohnungspolitik und mietrechtliche
85 Rahmenbedingungen,
86 die bezahlbares Wohnen sichern. Individuelle Hilfen
87 wie das Wohngeld müssen so weiterentwickelt werden,
88 dass sie die energetische Sanierung des Wohnbestandes
89 unterstützen.
90 Und sie müssen regelmäßig überprüft und angepasst
91 werden. Stadtluft macht frei, das gilt heute leider für
92 viele städtische Quartiere nicht mehr. Gerade hier ballen
93 sich
94 Arbeitslosigkeit, Kinderarmut und Bildungsarmut, gerade hier
95 zeigen sich soziale Blockaden. Grüne Politik streitet
96 deshalb
97 für lebenswerte Städte, für integrierte
98 Stadtentwicklungskonzepte,
99 die einer weiteren sozialen und ethnischen Entmischung
100 entgegenwirken. Dazu wollen wir die lokale und ethnische
101 Wirtschaft stärken und die Programme zum Stadtumbau, zur
102 Sanierung und zur sozialen Stadtentwicklung besser
103 verknüpfen
104 und ausbauen.

Der Text verglichen mit der Originalversion

1 **Mit öffentlichen Institutionen echte Teilhabe
2 verwirklichen**
3
4 Wenn wir die Spaltung und Blockaden unserer Gesellschaft
5 überwinden wollen, dann ist die Stärkung direkter
6 Transferzahlungen
7 wie des ALG II oder des Kindergeldes nur ein Teil
8 des Weges. Gerade von den skandinavischen Ländern können
9 wir lernen, dass echte Teilhabe an Bildung, Arbeit,
10 Gesundheit
11 und Einkommen nur mit erneuerten und gestärkten öffentlichen
12 Institutionen möglich ist. Gerade Kinder aus
13 einkommensschwachen
14 Haushalten profitieren von guten Kitas und
15 Ganztagsschulen, in denen sie auch Angebote für musische
16 Erziehung oder Sport erhalten. Langzeitarbeitslose brauchen
17 zudem starke Arbeitsmarktinstitutionen, in denen
18 Qualifizierung
19 und individuelle Begleitung groß geschrieben werden.
20
21 Wir brauchen also eine sozialpolitische Infrastruktur, die
22 eine
23 selbstbestimmte Entwicklung aller Menschen möglich macht.
24
25 Wer also echte Teilhabe ermöglichen will, der muss
26 investieren
27 in einen befähigenden Sozialstaat, der mehr tun muss für
28 bessere Schulen, eine qualitativ hochwertige flächendeckende
29 Kinderbetreuung, öffentlich geförderte Beschäftigung,
30 moderne
31 Krankenhäuser oder individuelle Wohn- und Pflegeangebote.
32 Und es geht um mehr als die bauliche Ausstattung. Dabei
33 muss der Leitsatz gelten: Mehr vom gleichen reicht nicht!
34 Bessere Schulen meint zum Beispiel nicht allein mehr Geld
35 für
36 Schulen, sondern auch mehr individuelle Förderung. Eine gute
37 soziale Infrastruktur erfordert auch eine angemessene
38 Bezahlung
39 für gute soziale Arbeit und oftmals auch die Verbesserung
40 der derzeitigen Arbeitsbedingungen. Und wir wollen
41 öffentliche
42 Institutionen, an denen alle teilhaben können. Wir wollen
43 keine Hochschulen, die wegen Studiengebühren nur für
44 Studentinnen und Studenten mit reichen Eltern erschwinglich
45 sind. Wir wollen keine Schulen, bei denen der Bildungserfolg
46 von der Herkunft abhängt und Bildungsarmut vererbt wird.
47 Wir GRÜNE wollen deshalb die Qualität öffentlicher
48 Institutionen
49 verbessern und mehr als bisher in sie investieren.
50 Investitionen
51 in öffentliche Institution, das zeigen die skandinavischen
52 Länder, sind nicht nur Investitionen in echte Teilhabe
53 und die Zukunft unseres Landes, sie schaffen auch neue
54 Arbeit
55 – und das in Bereichen, von denen die Gesellschaft am
56 meisten
57 profitiert. Den Ausbau unserer Bildungs- und
58 Betreuungsinfrastruktur
59 wollen wir nicht nur mit Investitionen in Gebäude,
60 sondern auch mit der Qualifizierung des dafür benötigten
61 Personals vorantreiben. Allein für den geplanten Ausbau der
62 Infrastruktur für unter Dreijährige erwächst bis 2013 ein
63 zusätzlicher
64 Bedarf von 100.000 qualifizierten Erzieherinnen und
65 Erziehern. Aber auch in anderen Berufen wie zum Beispiel in
66 der Pflege und in Gesundheitsberufen zeichnet sich ein
67 erheblicher
68 Fachkräftemangel ab. Um diese Engpässe mit qualifiziertem
69 Personal zu beseitigen, müssen wir die Attraktivität
70 und gesellschaftliche Anerkennung dieser Berufe steigern und
71 auch die Finanzierung der Ausbildung verbessern. Bei
72 Umschulungsmaßnahmen
73 wollen wir deshalb die Finanzierung
74 aller drei Ausbildungsjahre dauerhaft sichern. In der
75 Krankenund
76 Altenpflege plädieren wir für eine Ausbildungsumlage in
77 allen Bundesländern.
78
79 Zur sozialen Infrastruktur, zur Daseinsfürsorge gehört auch
80 ein qualitätsvolles Wohnraumangebot mit angemessenen
81 Preisen. Ohne staatliche Regelungen und finanzielle
82 Förderungen
83 ist diese Aufgabe nicht zu bewältigen. Wir brauchen
84 eine aktive Wohnungspolitik und mietrechtliche
85 Rahmenbedingungen,
86 die bezahlbares Wohnen sichern. Individuelle Hilfen
87 wie das Wohngeld müssen so weiterentwickelt werden,
88 dass sie die energetische Sanierung des Wohnbestandes
89 unterstützen.
90 Und sie müssen regelmäßig überprüft und angepasst
91 werden. Stadtluft macht frei, das gilt heute leider für
92 viele städtische Quartiere nicht mehr. Gerade hier ballen
93 sich
94 Arbeitslosigkeit, Kinderarmut und Bildungsarmut, gerade hier
95 zeigen sich soziale Blockaden. Grüne Politik streitet
96 deshalb
97 für lebenswerte Städte, für integrierte
98 Stadtentwicklungskonzepte,
99 die einer weiteren sozialen und ethnischen Entmischung
100 entgegenwirken. Dazu wollen wir die lokale und ethnische
101 Wirtschaft stärken und die Programme zum Stadtumbau, zur
102 Sanierung und zur sozialen Stadtentwicklung besser
103 verknüpfen
104 und ausbauen.

Vorschlag

  1. Bewerten Sie die Original- und die eingebrachten Versionen eines Beschlusses, indem Sie über die Pfeile Ihre Zustimmung (hoch) oder Ablehnung (runter) ausdrücken. Sie können dabei auch mehreren Versionen zustimmen oder diese ablehnen.

  2. Wählen Sie, ob Änderungen im Vergleich zur Originalversion hervorgehoben werden sollen.

  3. Sie können hier auch eine neue Version des Beschlusses einbringen.